Bizzy 20 9 2018

Freude und Trost spenden

Muss man da noch was zu sagen? Easy im Einsatz

Easy und Bizzy sorgen für große Freude in einem Pflegeheim

Nachdem die beiden Anfang des Jahres die Prüfung zum Besuchs-Begleithung bestanden haben, waren wir nun - nach längerer Suche nach einer für uns passenden Einrichtung - bereits dreimal in einem Pflegeheim in Berlin-Spandau.
Das erste Mal war ein "Erstbesuch" mit Bizzy, unterstützt von Viola Freidel, der Chefin vom Verein "Leben mit Tieren e.V.", bei dem wir mehrere sehr verschiedene Bewohner in ihren Zimmern besuchten. Da wurden wir noch von Herrn Müller, dem sehr erfahrenen Besuchshund von Frau Freidel, unterstützt.










Beim zweiten Besuch hatte ich auf Vorschlag von Frau Freidel Easy UND Bizzy dabei. So können sie voneinander lernen und zwischen den Besuchen jeweils ein wenig abschalten. Bei diesem Besuch begleitete mich eine sehr erfahrene Dame, die mit ihrem Cockerspaniel seit langem Besuchsdienste macht. Sie machte diese schönen Fotos:


Bei meinem dritten Besuch machte ich mich alleine auf den Weg durch das Pflegeheim, da mein "Coach" nach einer Zahn-OP leider ausfiel.
Doch ich denke, wir haben diesen Besuch gut gemeistert.
Easy war bei den Bettbesuchen der beiden Damen, die sie schon vom zweiten Mal kannte, sehr entspannt und kuschelte sich - trotz der Hitze - nach kurzer Zeit  bei den Damen an.
Bei der einen, die immer sehr müde ist, legte sie sogar dreimal kurz den Kopf auf deren Brust und schaute ihr ins Gesicht. Die Dame, die Easy nicht streicheln wollte und auch keine Unterhaltung wünschte, sagte auf meine Nachfragen stets, dass sie Easy sehr gerne "einfach nur so" neben sich liegen haben möchte. Sie schien es sehr zu genießen. Ein Foto von Easy ziert nun ihren Nachttisch, damit sie sich schon auf nächsten Montag freuen kann.
Easy machte noch einen dritten Bettbesuch bei einer Dame, die sie das erste Mal kennenlernte. Daher war Easy auch zurückhaltender als bei den anderen beiden. Aber die Dame freute sich darüber, dass Easy an ihrem Fußende lag und lauschte der Unterhaltung von mir und ihrem Mann.
Im Aufenthaltsraum hatten wir noch drei Begnungen mit zwei blinden Damen und Herrn B., den wir bereits von unseren ersten Besuchen kannten. Er kann sich fast nur mit Blicken und dem Drücken meiner Hand artikulieren, scheint aber die kurzen Besuche der Pulis zu genießen.
Mehr Zeit widmen wir Herrn B., der uns als sehr mürrisch angekündigt wurde, der aber - als früherer Hundebesitzer - sofort auftaut, sobald ein Hund anwesend ist. Er hat immer viel zu erzählen, füttert die beiden Pulis mit den restlichen Würstchenstücken ( zu ihm gehe ich stets als letztes ) und schlug heute sogar vor, uns in den Garten zu begleiten. Dort war er richtig zufrieden. Nächste Woche möchten wir eine kleine Runde mit den Hunden durch den Garten machen.
Diese Arbeit macht mir großen Spaß und auch die Hunde ziehen jedes Mal freudig vom Auto in Richtung Pflegeheim. 







2 Power(puli)mädels beim Eignungstest für Besuchshunde



Ich hatte mich ja schon in ÖSterreich für die Arbeit des TAT ( Tiere als Therapie ) interessiert, hatte aber nie die Zeit, um dort mit meinen Hunden tätig zu werden. Doch nun stieß ich auf eine Annonce des Vereins "Leben mit Tieren e.V.", in der dieser Verein nach Mensch-Hund-Teams für Besuchsdienste in verschiedenen sozialen Institutionen suchte.

Erst dachte ich dabei an unsere fast 12jährige Easy, die bisher auch den ängstlichsten Besucher dazu gebracht hat, mit ihr zu kuscheln und die seit ihrer Kreuzband-OP nach einem Kreuzbandriss im Frühsommer kein Agility mehr macht. Aber da auch Bizzy stets um Aufgaben "bettelt", entschloss ich mich, beide Hündinnen zum Eignungstest anzumelden.

Wie dieser abläuft, wurde uns beim vorangegangenen Infoabend erklärt. Mir imponierte sehr, wie professionell dieser Test durchgeführt wird. Der Test wird durchgeführt von einem 5köpfigen Team, bestehend aus einer hauptamtlichen Mitarbeiterin des Vereins ( Sozialpädagogin ), einer Tierärztin, die auf Verhaltenskunde spezialisiert ist und 3 erfahrenen ehrenamtlichen Helfern. Der Test wird mit einer Videokamera dokumentiert und ein mehrseitiges Protokoll geführt.
Schon bei der Anmeldung zum Eignungstest musste man für jeden Hund einen mehrseitigen Fragebogen ausfüllen, in dem man angab, woher der Hund stammt, wie lange man ihn hat, wie er lebt und welche Erfahrungen/Erkrankungen/Ängste er hat.

Der Test besteht aus drei Teilen:

Im ersten Teil wird erst einmal geschaut, wie kontaktfreudig der Hund ist, ob er selber den Kontakt zu fremden Menschen herstellt, sich anfassen lässt und ob er Grundkommandos beherrscht ( Sitz, Platz, Bleib und Abrufen )und diese auch auf Ansage eines Fremden ausführt. Die Frustrationstoleranz wurde zum Beispiel ausgetestet, indem dem Hund mehrere Leckerli zugesteckt wurden, dann aber die Hand geschlossen blieb. Wie reagiert ein Hund darauf?

Im zweiten Teil wird es dann schon ein wenig unangenehmer für den Hund. Er wird von ihm unbekannten Menschen hochgehoben, einem Fremden auf den Schoss gesetzt und Körperbegrenzung ausgeübt. Das heißt, er wird eng umfasst, an ihn wurde von oben herangetreten, die Pfote wurde festgehalten, er wurde in Seitlage liegend ein wenig bedrängt etc.

Im dritten Teil werden die Hunde schon mit recht extremen Situationen konfrontiert, die aber auch beim normalen Besuchsdienst passieren können: ein Mann torkelt unbeholfen polternd in den Raum, geht mit Krücke und rollt mit einem Rollstuhl auf den Hund zu. Der "unbeholfene" Mann fällt in der Nähe des Hundes plump zu Boden und benötigt die Hilfe des Hundeführers beim Aufstehen. Und als Krönung springt dieser Mann dann noch auf, schreit aggressiv herum und rempelt den Hundeführer an.

Meine Pulis sind natürlich - pulitypisch - auch ein wenig zurückhaltend, wenn sich fremde Menschen ihnen nähern und sie auf den Arm nehmen. Aber man darf die Hunde ja bestätigen, ihnen Leckerlis geben und darf jederzeit einen Test abbrechen.
Die unbeholfenen Bewegungen in Teil 3 waren weniger belastend, da unsere Pulis ja mit wilden Jungs und deren Fahrzeugen aufgewachsen sind.:-) Etwas ratlos waren Easy und Bizzy natürlich bei dem verbalen und tätlichen Angriff am Ende.
Aber sie haben zu keinem Moment überreagiert, haben sich immer bei mir rückversichert, dass das alles ok ist und blieben cool. Es war für mich ein tolles Erlebnis zu sehen, wie sehr ich meinen Hunden vertrauen kann, weil sie mir vertrauen. 

Das Prüfungsteam war von Anfang an sehr angetan von meinen Pulidamen, von ihrem Äußeren und ihrer Kontaktfreudigkeit.
Sie hatten vorher noch nie einen Puli live erlebt und stellten natürlich auch die üblichen Fragen bezüglich Haarpflege etc. Bizzy war natürlich wie immer super-charmant, wartete stets auf die nächste Aufgabe, schüttelte sich nach den kniffligeren Aufgaben ( genauso wie es ihr Papa Tracks auch immer macht ) und zeigte immer in richtigen Moment ihre "Pausenclown-Posen". - Wer sie schon live erlebt hat, weiß was ich meine ;-)

Als Easy als Zweite drankam, lief der Test anders ab. Es wurde nicht - wie bei Bizzy - jeder "Programmpunkt" einzeln getestet und erklärt, sondern teilweise mehrere Situationen in schneller Abfolge hintereinander durchprobiert.
Da rangelten zwei "demenzkranke Damen" ( die Ehrenamtlichen waren auch gute Schauspieler ) darum, gleichzeitig Easy streicheln und auf den Schoß nehmen zu dürfen und auch der polternde Mann kam in dieser Situation dazu.
Da Leckerli im Spiel waren, konnte Easy fast nichts schocken und ihr unerschütterliches Menschenvertrauen half ihr sehr.
Auch wurde ICH bei diesem zweiten Test viel mehr mit einbezogen, musste in den Situationen auch in Dialog treten mit den "Patienten". Das war für mich eigentlich einfacher, weil ich nicht in eine passiv-beobachtende Rolle gedrängt wurde, sondern selber reagieren konnte.
Bei der Abschlussbesprechung wurde mir dann verraten, dass ich an diesem Tag das "Versuchskaninchen" war für diese andere Art von Testverfahren.

Es war ein super-interessanter Nachmittag für mich ( der Test der beiden Hündinnen dauerte mit Abschlussbesprechung insgesamt 2 Stunden! ) und ich war überglücklich, dass alle begeistert waren von meinen Hunden, wir "mit ins Boot" genommen wurden und nach einer Schulung demnächst Besuchsdienste in Altersheimen und ähnlichen Instiutionen machen dürfen. Ich freue mich sehr darauf! 

So ganz neu ist mir das alles ja nicht. Ich habe ja schon in meiner Zeit in Hohenrode Erfahrungen mit Menschen mit Handicap machen dürfen - damals noch mit Pferden.
Und auch in meinem österreichischen Hundeverein kam ab und zu eine Gruppe der Lebenshilfe zu Besuch und machte einen Mensch-Hund-Vormittag mit uns.
Ich weiß, dass so eine Arbeit nicht immer nur nett und lustig ist, aber es ist so schön zu sehen, wie Menschen auf die Hunde reagieren. Vor allem bekommt man nochmal einen ganz anderen Blick auf sein eigenes Leben, wenn man so etwas macht.

Was machen die Powerpulis eigentlich jetzt?

Seit meinem Kreuzbandriss und dem Umzug von ÖSterreich nach Berlin ist der Agilitysport für uns leider erst einmal ein wenig in den Hintergrund geraten.
Zudem hat sich Easy - mittlerweile auch schon fast 12 Jahre alt - im Frühsommer auch einen Kreuzbandriss zugezogen und wird - sehr zu ihrem Leidwesen - nun gar kein Agility mehr machen.
Mit Bizzy mache ich nach wie vor Agility, wenn auch leider aus Zeitmangel und wegen widriger Wetterverhältnisse oft nicht sehr regelmäßig.

Wutzie ist auch noch immer sehr begeistert, wenn er mal Agility machen darf.
Mit ihm würde ich aber gerne erst einmal im Frühjahr die BGH-1 ablegen und später vielleicht wieder mit dem Obedience beginnen.
Mit ihm und Bizzy habe ich jetzt im Januar angefangen, wieder zum Unterordnungstraining zu gehen und die beiden sind total begeistert, auch dort wieder was tun zu dürfen. 

Easy und Bizzy traten am 27.1.2018 zu einem Eignungstest für Besuchshunde an.
und haben es super gemacht. So werden wir demnächst, nach einer Schulung, beginnen, in Altersheime und ähnliche Institutionen zu gehen. Ich werde berichten.....

Ihr seht schon, Bizzy ist "Hans Dampf in allen Gassen" und macht zur Zeit sowohl Agility als auch Unterordnung und demnächst Besuchsdienste. Aber sie ist ein Hund, der regelrecht darum fleht, arbeiten zu dürfen. Ihr tut das gut. 

Die Powerpuli-Family in Action

In unserem Toskana-Urlaub wurden wir von Devid, Claudia und Buster ( einem unserer B'chens ) besucht.Devid hat uns danach mit diesem wunderschönen Video überrascht..... wir dachten, er würde nur fotografieren.... :-)

https://www.facebook.com/1524553400/videos/10214931982522775/  
LINK ZU DEM TOLLEN VIDEO!!!  
 - ich hoffe, dieses Video ist auch für Nicht-Facebook-Freunde sichtbar?
Hier noch einige der Fotos....